WordPress-Wochenrückblick KW35: Twenty Sixteen, Rückblick auf den 4.3-Release und mehr

In dieser Woche wurde das neue Standard-Theme Twenty Sixteen vorgestellt. Außerdem ist die Unterstützung von add_theme_support( 'title-tag' ); nun für Themes im Directory vorgeschrieben.

Accessibility

Semantische Struktur der Überschriften im Backend

Das Accessibility-Team hat bereits in WordPress 4.3 begonnen, die Überschriften-Ebenen im Backend anzupassen und die h2-Elemente gegen Überschriften erster Ordnung ausgetauscht.

Das Ziel ist, dass in WordPress 4.4 die übrigen Überschriften dementsprechend auch angepasst werden. Dafür sollen jetzt Tickets angelegt werden, die mit „#a11y-headings“ kekennzeichnet werden. Eine eigene Seite in dem Handbuch gibt es dazu auch.

Accessibility-Probleme mit select2

Es gibt Bemühungen, das Script select2 in den Admin-Bereich zu integrieren. Hier gibt es allerdings noch einige Probleme, beispielsweise bei der Nutzung via Tastatur. Diese Probleme sollen jetzt ermittelt werden und dann kann vielleicht aktiv mitgeholfen werden, diese beim Script zu beheben.

Helen Hou-Sandí sagt dazu im #accessibility-Slack-Channel:

„if we can lay out the specific things that should/should not happen, then i can take a look through their existing issues and either work on contributing upstream or pass things along to other people who’ve expressed interest in contributing there.“

Helen Hou-Sandí im #accessibility-Slack-Channel

Core

Rückblick auf WordPress 4.3

Konstantin Obenland, der Release-Lead von WordPress 4.3, hat im Core-Meeting einen Rückblick auf den Release gegeben. Anschließend sollten Punkte genannt werden, die nicht so gut verlaufen sind, um einerseits Konstantin eine Rückmeldung zu geben und andererseits hilfreiche Infos für zukünftige Release-Leads zu liefern.

Hier das, was nicht so gut gelaufen ist:

  • Viel Rückmeldung und Bug-Reports nach dem Release. Besser wäre es zu erreichen, dass mehr Leute die Beta-Versionen und Release Candidates testen und damit einige Bugs bereits vor dem finalen Release behoben werden können.
  • Feature-Plugins werden zum Core hinzugefügt ohne alle Voraussetzungen dafür zu erfüllen. Im konkreten Fall war das der Menü-Customizer, der ohne JavaScript-Unit-Tests übergeben wurde.
  • Beiträge über Änderungen für Entwickler wurden früher veröffentlicht, es könnte allerdings noch etwas früher sein.
  • Das Entfernen der Website-Icon-Funktion aus den allgemeinen Einstellungen hätte früher geschehen sollen.
  • Eventuell sollten Richtlinien für die Erstellung eines Beitrags auf Make/Core erstellt werden.
  • Eventuell strikter die Deadlines einhalten. Theoretisch sollten Feature Plugins wohl vor der ersten Beta-Version fertig sein, was aber nicht immer der Fall ist.
  • Bei Feature Plugins sollten früher Core-Entwickler einbezogen werden
  • Zweimal pro Woche wurden verstärkt Bugs in „Bug Scrubs“ behoben. Da wäre es gut, eine größere Beteiligung zu erreichen.

Was gut funktioniert hat:

  • Die Verbesserung der Passwort-Funktion.
  • Viele der Änderungen unter der Haube haben gut funktioniert (Unit-Tests wurden beispielsweise auch mit PHP 7 bestanden).
  • Größtenteil ist der Update-Prozess auf WordPress 4.3 gut verlaufen. Das Aufkommen der Update-Probleme in den Support-Foren war ähnlich dem bei kleineren Releases.
  • Die neuen Tastenkürzel im Editor.
  • Es wurden viele Tickets zwischen dem 4.2-Release und den 4.3-Betas geschlossen.
  • Geteilte Taxonomie-Terme wurden eliminiert.

Sam Sidler fasst den Release so zusammen:

„I think 4.3 could be summed up with “Almost everything went really smooth.” We covered the things that didn’t. 🙂 (And no release will ever be perfect.)“

Sam Sidler im #core-Slack-Channel.

Twenty Sixteen

So sieht das neue Standard-Theme „Twenty Sixteen“ aus. (Screenshot: WordPress.org)
So sieht das neue Standard-Theme „Twenty Sixteen“ aus. (Screenshot: WordPress.org)

In dieser Woche wurde das neue Standard-Theme Twenty Sixteen für WordPress vorgestellt, das mit WordPress 4.4 kommen wird. Es ist ziemlich schlicht gehalten, der Fokus liegt auf dem Inhalt. Das Theme hat einen Header-Bereich, in dem die horizontale Navigation Platz findet sowie eine Sidebar, die sich deaktivieren lässt.

Ein detaillierteres Bild könnt ihr euch mit den Screenshots machen, die ihr in dem Beitrag auf Make/Core finden könnt. Wenn ihr mehr über das Theme wissen wollt, könnt ihr euch meinen Beitrag dazu durchlesen. Wenn ihr das Theme testen möchtet, findet ihr es auf GitHub.

Wunschliste für WordPress 4.4

Wie bereits im letzten Wochenrückblick geschrieben hat Scott Taylor die Community gefragt, welche Wünsche sie für die nächste WordPress-Version haben.

Häufig nachgefragt wurde die REST API sowie die Fields API. Des Weiteren wurde häufig die Sortierung von Medien und Ordner für Medien angesprochen.

Taxonomie-Roadmap

In WordPress 4.3 wurden die geteilten Taxonomie-Terme eliminiert. Das hat einige Folgen unter anderem für die Vereinfachung von Datenbankanfragen. Aktuell gibt es die beiden Tabellen wp_terms und wp_terms_taxonomy. Seit dieser Eliminierung ist es nicht mehr notwendig, zwei Tabellen dafür vorzuhalten.

Vorher war es nicht möglich, einen Term in jedem Fall nur anhand der ID zu identifizieren – auch das ist jetzt möglich. Weitere Infos dazu könnt ihr im Beitrag auf Make/Core finden.

Diverses

  • Im Multilingual-P2 hat Simon Wheatley Ansätze formuliert, wie die Sprache eines Beitrags oder einer Seite festgelegt werden könnten.

Feature Plugins

WP REST API

Scott Taylor, Release-Lead der nächsten WordPress-Version, möchte von der Community wissen, welche Projekte sie mit der zweiten Version der WP REST API laufen haben. Genau geht es um folgende Punkte:

  • Was habt ihr mit der zweiten Version der REST API gebaut?
  • Nutzt ihr es in einem Produktiv-System?
  • Falls ihr von der ersten Version aktualisiert habt, wie war das?
  • Was hält euch davon ab etwas damit zu bauen, wenn ihr an das Projekt glaubt und es gerne im Core sehen würdet?

RICG Responsive Images

Das Plugin „RICG Responsive Images“ rüstet responsive Images für WordPress nach. Die zwei Hauptfunktionalitäten sind dabei das Produzieren von dem benötigten Markup sowie verbesserte Komprimierung der Bilder. Auf dem bisherigen Weg wurden bereits einige wichtige Entscheidungen getroffen, wie das Plugin arbeiten und was es leisten soll.

Das Ganze soll für den Nutzer unsichtbar vonstattengehen, ohne neue Einstellungsmöglichkeiten. WordPress soll sich nur um die Auslieferung verschiedener Auflösungen kümmern, nicht um verschiedene Bildausschnitte. Genutzt werden dafür die Bildgrößen, die der Nutzer eingestellt hat – es werden von dem Feature keine weiteren Bildgrößen generiert.

Aktuell gibt es drei Fragen, die sich die Entwickler stellen:

  1. Wie soll das Markup eingefügt werden? Aktuell geschieht das direkt im Postinhalt, wird also auch mit in der Datenbank gespeichert. Die andere Möglichkeit wäre, das Markup nachträglich über den the_content()-Filter einzufügen.
  2. Soll srcset und sizes auch in älteren Browsern unterstützt werden? Das Plugin bindet momentan das picturefill.js-Polyfill mit ein, was aber eine weitere Abhängigkeit im Core bedeuten würde. Die andere Möglichkeit wäre, das Polyfill wegzulassen.
  3. Sollen responsive Images standardmäßig aktiviert sein? Die Plugin-Entwickler schlagen eine standardmäßige Aktivierung im Core vor. Wenn das nicht gewünscht ist, könnte es durch Themes aktiviert werden.

Daneben bringt das Plugin eine verbesserte Komprimierung von Bildern mit. Diese Option ist im Plugin optional und nutzt optimierte Kompressions-Einstellungen für ImageMagick. In den Tests konnte die Dateigröße um über 50 Prozent verringert werden.

Wenn das allerdings auf einem schwachen Server läuft, kann das zu Problemen führen. Mehr Informationen findet ihr in dem Beitrag von Joe McGill auf Make/Core.

Theme Directory/Theme Review

Unterstützung des title-Elements erforderlich

Für alle Themes, die ins Theme Directory hochgeladen werden, ist jetzt die Nutzung von add_theme_support( 'title-tag' ); vorgeschrieben. Die Funktion wurde mit WordPress 4.1 eingeführt. Genauere Infos dazu findet ihr in dem Make/Themes-Artikel von Justin Tadlock.

Änderungen für Theme-Entwickler und -Reviewer

Auf Make/Themes wurde ein Beitrag veröffentlicht, der die Neuerungen von WordPress 4.3 für den Bereich der Themes zusammenfasst. Dabei geht es um die neue singular.php-Datei, die als Fallback für single.php et cetera fungiert.

Außerdem gab es Änderungen in der Customizer API und die neue Funktion des Website-Icons. Wie für diese Funktion die Rückwärtskompatibilität gewahrt werden kann, wenn ein Theme bereits eine eigene Funktion integriert hat, könnt ihr in diesem Beitrag nachlesen.

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2 Kommentare zu »WordPress-Wochenrückblick KW35: Twenty Sixteen, Rückblick auf den 4.3-Release und mehr«

  1. Thomas

    Danke für die sehr gut lesbare Zusammenfassung!
    Ich habe zufällig gerade heute ein Parent-Theme aktualisiert und habe jetzt nochmal nachgeschaut, ob dort `title-tag` aktiviert war. War es dann auch, wodurch ich zwei im Code hatte. Wäre ich ohne den Beitrag nicht drauf gekommen.
    VG, Thomas

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